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14. Juli 2013


Deutsche Motorentechnik für chinesische Drohnen?

von Otfried Nassauer


Die insolvente Thielert Aircraft Engines (TAE) mit Standorten in Hamburg, Sachsen und Thüringen soll von der chinesischen Luftfahrtkonzern Avic übernommen werden. Standorte und Arbeitsplätze bleiben erhalten. Auf den ersten Blick eine gute Nachricht für die etwa 200 Beschäftigten. Auf den zweiten Blick könnte sie sich jedoch auch als ein Happy End mit riskantem Haken erweisen. Denn die auf Kerosin, bzw. Diesel verbrennende Motoren für leichte Flugzeuge spezialisierte Firma Thielert produziert ihre Motoren auch für militärische Drohnen. Eingebaut werden sie zum Beispiel in die modernen Grey Eagle Drohnen der US-Army. Dabei handelt es sie um eine Heeres-Version der bewaffneten Predator-Drohne, die in Afghanistan zum Einsatz kommt. Auch die türkische Aufklärungsdrohnen vom Typ Anka nutzen derzeit Thielert-Motoren. Seit Jahren wird darum gestritten, ob das seit dem Massaker auf dem Tienamen-Platz in Peking geltende Rüstungsexportembargo der Europäischen Union weiter gelten oder aufgehoben werden soll. Insbesondere Washington stärkte immer wieder jenen europäischen Staaten den Rücken, die das Embargo beibehalten wollen.

Bei den in Drohnen eingesetzten Motoren des Typs Centurion handelt es sich um umgebaute Mercedes-PKW-Motoren. Sie werden auch in Fahrzeugen der bisherigen A-Klasse als 170CDI und 200CDI verwendet.

ist freier Journalist und leitet das Berliner Informationszentrum für Transatlantische Sicherheit - BITS